Von der Mosel ins Land der Winnetou-Filme


Vorstellung Moseltalbrücke im Haus Metternich

 

Autor Ernst Heimes stellt seinen neuen Roman vor - Ein Politthriller mit gut porträtierten Protagonisten - Lesung wirkt als Appetitanreger

Ein Toter und politische Verbrecher, Heimat und Fremde: Das Buch könnte oberflächlich als Krimi mit Lokalkolorit durchgehen. Doch die „Moseltalbrücke" von Ernst Heimes ist mehr als ein Edgar-Wallace-Wiedergänger aus der Region.

KOBLENZ. Ernst Heimes, Schriftsteller und Buchhändler aus der Koblenzer Region, hat mit „Moseltalbrücke" einen neuen 215-Seiten-Roman vorgelegt, der nichts mit provinzieller Schreiberei zu tun hat - auch wenn dem Löfer regionale Besonderheiten wichtig sind.

Das Koblenzer Kulturamt und die Buchhandlung Heimes luden nun zur Lesung ins Haus Metternich ein. Viele Interessierte ließen sich zunächst von Verleger Dr. Volkhard Brandes in das neue Buch von Heimes einführen. Der Moderator lobte das (aus-)gezeichnete „Sittengemälde" des geborenen Cochemers - ein Politthriller inklusive Liebe und wild-burlesken Geschehnissen. Susanne Beckenkamp vom Literaturwerk Rheinland-Pfalz/ Saar erinnerte in einer persönlichen Laudatio an die nicht alltägliche Vita des engagierten und politischen Menschen Heimes, der als gelernter Flugzeugmechaniker (in Büchel) über die Tätigkeit als Krankenpfleger zum Kabarett und zum Schreiben kam. Die Literatin erwähnte auch erfolgreiche gemeinsame Aktionen, wie zum Beispiel die im Jahr 1982 gegen die geplante atomare Wiederaufbereitungsanlage in Illerich/ Hambuch. Jedoch: "Der Betreiber hat wohl damals aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben", merkte die Kollegin illusionslos an.

Gegen Intoleranz und Ungerechtigkeit erhebt Heimes noch heute mit Verve das Wort. Aufklärung über NS-Terror und Rechtsradikalismus betreibt er aus Überzeugung, besonders für die Jugend. Und im neuen Werk geht's auch um Machenschaften der Ewiggestrigen. Bei der Lesung wählt er geschickt Passagen aus - nur Teile des Puzzles, die Spannung erzeugen und nicht zu viel verraten, eben Lust aufs Lesen entfachen. Ein Toter wird unter der Autobahnbrücke bei Winningen und Dieblich gefunden. Selbstmord? Ako, ein Freund des Verstorbenen, glaubt an ein Verbrechen und geht den Dingen auf den Grund - unter Lebensgefahr. Spuren führen nach Kroatien.

Ernst Heimes stellt seine Protagonisten vor - mit seiner lebhaften, typisch kraftvollen Stimme, die einen ganz leichten moselanerischen Akzent zulässt, liebevoll, detailliert und sprachlich anspruchsvoll. Da wäre zunächst Bartholomäus Fels, ein Ex-Manager, der im Raum Bremen in einem Konzern tätig war, „wo er dem Teufel sein Geld verdient hatte". Jetzt wohnt er in einem kleinen Nest an der Untermosel mit seiner Frau, die im Dorf Kanaul ob ihrer Attraktivität nicht nur bei den Herren für Aufsehen sorgt.

Krankenschwester Monika hat auch ihre Reize, wie Ako feststellt, als er von Unbekannten schwer verletzt (es werden Rechtsradikale gewesen sein) im Krankenhaus liegt. Da weckt die Dame in Weiß die Lebensgeister des Malers.

Heiß, aber ganz anders wird dem Moselaner auch in Kroatien, dem einstigen Land der Winnetou-Filme, als er in die Fänge der Ustascha gerät. Mit den Rechtsaußen, treue NS-Verbündete von einst, ist auch im unabhängigen Staat nicht gut Kirschen essen.

Michael Schaust, Rhein-Zeitung

 

Moseltalbrücke – Der neue „Heimes" ist da!


Manchmal muss man, um zu Hause anzukommen, einen kleinen Umweg machen. So führte zum Beispiel der Weg zur Buchvorstellung des neuen Romans „Moseltalbrücke" von Ernst Heimes nach Koblenz, in ein ausverkauftes Haus Metternich. Das Kulturamt der Stadt und die Buchhandlung Heimes hatten geladen, und in dem für solche Zwecke wirklich wunderschönen Raum drängten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer. Und sie bekamen etwas zu hören.

Buchhändlerin Dorothee Mendner begrüßte unter anderem Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld, Ortsbürgermeister Rudi Zenz, Löf, den Beigeordneten Klaus Hammes aus Brodenbach, und sie blickte zurück auf die lange Entstehungszeit des Buches. Einen Teil der Vorarbeiten durften wir ja auch hier im Mitteilungsblatt schon lesen, das Reisetagebuch von Ernst Heimes auf Winnetous Spuren im ehemaligen Jugoslawien.

Die Moderation des Abends übernahm kein Geringerer als der Verleger des Romans, Volkhard Brandes aus Frankfurt, dessen eigene Bücher ich übrigens auch sehr zur (wie man es früher so treffend nannte) geflissentlichen Lektüre empfehle. Es lohnt sich! Für die sehr persönliche, packende Laudatio war Susanne Beckenkamp vom Literaturwerk Rheinland-Pfalz-Saar gekommen, die Besucher von LiteraMobil in Brodenbach letztes Jahr werden sich gerne an sie erinnern. Ihre Wege kreuzten sich mit denen von Ernst Heimes Anfang der Achtziger Jahre zum ersten Mal. Da man es nicht besser ausdrücken kann, zitiere ich aus der Laudatio: „Ich habe immer nur den Zaun gesehen – sein Buch über die Suche nach dem KZ Außenlager Cochem verursachte im hiesigen Raum sozusagen Hochwasser. Jude in Lehmen, Schattenmenschen, das Thema Nationalsozialismus ließ Ernst Heimes nicht los. Sein Stück „Schatten von Menschen" wurde 16 mal vom Jugendtheater Koblenz in der KuFa aufgeführt, dieser Erfolg spricht für sich. ... Heute stellt Ernst Heimes sein neues Buch „Moseltalbrücke" vor. ... Wann wird ein Opfer zum Täter? Was macht den Menschen gewaltbereit? ... Haben wir an einer Stelle unseres Lebens die Wahl? ... Ernst Heimes kämpft gegen das, was er als Ungerechtigkeit, Chancenlosigkeit, Überheblichkeit, Ignoranz, Intoleranz wahrnimmt. Nicht immer bequem, aber deutlich. Und ein deutliches Leben ist vielleicht das Beste – auch das Schwierigste – für uns selbst und für die anderen. Das erkennt auch Albert Kohns in der folgenden Geschichte."

Und mit der Lesung von Ernst Heimes waren wir mitten drin in dieser Geschichte von Albert Kohns, Ako, dem Maler, die im fiktiven Moselort Kanaul beginnt, (den es nicht gibt und doch gibt, das werden Sie merken), und die weit weg führt, zu weit jedenfalls für Akos Freund und Gönner Bartholomäus Fels, einen ehemaligen Rüstungsmanager, zu weit für dessen Frau Annabella und für Akos Gefährtin Schwester Monika, bis nach Norddalmatien in die filmisch-fiktive Heimat Winnetous und die reale Heimat unmenschlicher Gräuel.

Ernst Heimes ist ein großartiger Vorleser, an diesem Abend merkte man, dass der Text noch ganz frisch ist, er musste erst hineinschlüpfen wie in einen neuen Schuh, Zeile für Zeile lief er ihn ein und riss mehr und mehr mit, seine Menschen gewannen mehr und mehr Kontur, wurden plastisch in ihrer Verwundbarkeit, ihrem Eigensinn, der Strudel um sie herum wurde stärker und stärker.

Nein, natürlich verrate ich nicht mehr, der Roman will gelesen werden. Was ist er? Ein Krimi? Formal gesehen ja, aber auch nein. Dafür ist er zu vielschichtig. Ein Heimatroman? Auch, aber dafür umspannt er ein zu weites Terrain. Das Buch lotet Untiefen aus, die sonst unsichtbar unter der Oberfläche warten, es verknüpft Zusammenhänge, an deren Unsichtbarkeit vielen gelegen ist, es saugt den Leser ein und entlässt ihn erst 215 Seiten später, einerseits befriedigt, andererseits unwohl.

Mehr kann ein Roman nicht tun, mehr kann auch ein Leser nicht tun, Autor, Buch und Leser treffen sich am Ende, suchen das Gespräch.

So war es auch nach der Lesung, der Büchertisch leerte sich flott, Gruppen fanden sich zur Diskussion, dazu hatte das Weingut Gerlachs Mühle aus Gondorf einen wunderbaren Wein mitgebracht, der 2007er „Kopfstand" passte kongenial zu Thema und Text.

Wer das Buch noch nicht haben sollte:
Ernst Heimes, Moseltalbrücke, Verlag Brandes und Apsel, Frankfurt, ISBN 978-3-86099-590-7, es kostet 19,90 Euro.

Unbedingt lesen!!!

Thomas Krämer, Mitteilungsblatt Untermosel

 

Löf an der Mosel.

 

Todessturz – Ernst Heimes politischer Kriminalroman „Moseltalbrücke"


Was wären die Winnetou-Filme mit Pierre Brice, Marie Versini und Lex Barker ohne diesen grandiosen Landschaftsaufnahmen! Vor vierzig Jahren wählte man als Drehort nicht etwa Amerika, sondern Kroatien. Aus der ganzen Umgebung wurden Männer als Komparsen angeheuert, die nicht nur gut bezahlt wurden, sondern auch den Spaß und die Sensation genossen, in einem echten Film mitspielen zu dürfen. Einen dieser Komparsen lernt der Maler Albert Kohns, auch Ako genannt, vier Jahrzehnte später auf der Suche nach Winnetous Sterbeort auf dem Berg Tulove Grede kennen. Andric, so heißt der Kroate, wird Ako später gestehen, dass sie einander schon einmal begegnet sind - und zwar an der Mosel.

Der Winnetou-Berg, Gipfel des Tulove Grede, Kroatien, einer der Handlungsorte des Romans

Der spannende Roman „Moseltalbrücke" von Ernst Heimes beginnt mit Bildern, die der Leser erst nach und nach verstehen und zusammenfügen wird. Im ersten Bild erlebt er den kleinen Ako, der im Jahr 1964 seinen Vater dazu überreden kann, mit ihm nach Koblenz ins Kino zu fahren. Dort läuft der erste Winnetou-Film. Im zweiten Bild will im Juli 1996 Milan, Andrics Enkel, seinen kleinen Bruder davon abhalten, einer Ziege nachzulaufen. Denn die gesamte Region ist vermint. Und in Bild drei, im August 1996 bringt ein Helikopter der Bundesluftwaffe mit Deutschlandflagge den Bundesminister der Verteidigung und vier Begleiter auf den Gipfel des Tulove Grede. Einer davon ist Barthel Fels, der zwei Tage später seinen hoch dotierten Job in Bremen quittieren und mit seiner Frau Annabella an die Mosel ziehen wird. Dort genießt er in seinem großen Haus das Leben in den Weinbergen, sammelt moderne Kunst und versucht, Licht in die nationalsozialistische Vergangenheit, die auch lauschige Weinorte haben, zu bringen.

Heimes, der an der malerischen Mosel aufgewachsen ist und noch immer dort wohnt, hat viel Lokalkolorit eingefangen, genauso beeindruckend erweitert er den Blick über Deutschlands Grenzen hinaus bis nach Norddalmatien. Die Idylle hier wie dort wird immer wieder jäh zerrissen durch Krieg, Fanatismus, Profitgier und Rache im Zuge der Zerstörung des Jugoslawischen Völkerbundes, an der Mosel jedoch vor allem durch den Sturz von Barthel Fels aus einer Höhe von 136 Metern. Hatte er sich durch einen Sprung von der Moseltalbrücke umbringen wollen wie so viel Selbstmörder vor ihm? Doch warum wird das Gemälde, das Ako für den toten Freund am Brückengeländer angebracht hat, über Nacht mit Runen und einem großen U beschmiert?

„Moseltalbrücke" ist ein politischer Roman, der aus verschiedenen Blickwinkeln die Anerkennungspolitik der Bundesrepublik Deutschland im ehemaligen Jugolawien beleuchtet. Die einen betrachten sie als Befreiungsschlag für einen kroatischen Nationalstaat, die anderen als Auslöser für einen grausamen Krieg zwischen Serben und Kroaten: „Moseltalbrücke" ist ein überaus lesenswerter Roman mit vielen Facetten. Obwohl die Geschichte genauso frei erfunden ist wie die Geschichte der Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand.

- Maria Panzer -
L E S A R T – unabhängiges Journal für Literatur | Ausgabe 2 - 2010

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Autor Ernst Heimes

Biografie, Bücher und Rezensionen. „Mit Ernst Heimes wirkt ein Schriftsteller unter uns, der mit leiser Stimme und mit eindringlichen Worte zum Chronisten einer Region geworden ist." Peter Schössler (Wochenspiegel)

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